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Tuesday, January 5, 2010

From Date to Mate

Der Forward berichtete letzte Woche ueber eine neue Fernsehshow, in der es um "Dating" geht. Im Zeitalter von Onlinedating mit Websites wie JDate ist das wohl etwas, was dem Zeitgeist entspricht, und auch das Format passt: Es sieht aus wie Reality TV, folgt jedoch einem festen Script und die Schauspieler sind sehr ueberzeugend. Der Inhalt in aller Kuerze: 4 juedische New Yorker nutzen den Online Dating Service von JMatch (gleichzeitig der Hauptsponsor der Sendung), um den richtigen Partner zu finden, sind jedoch gleichzeitig Akteure in einer Fernsehdokumentation ueber online dating.
Ja, ich muss eingestehen, die Sendung ist besser als erwartet.
Der Fernsehsender ist Shalom TV, auf dessen Website die Episoden auch online gesehen werden koennen. Neugierig? Dann klickt hier.

Wednesday, December 9, 2009

Shimon Perez entdeckt YouTube

Shimon Perez ist nicht mehr der juengste. Doch man ist nie zu alt, um das Internet, genauer gesagt Web 2.0, zu entdecken. Obama war der grosse Vorreiter, der in seinem Wahlkampf regelmaessig Videonachrichten fuer seine Unterstuetzer hatte, und dies nun als Praesident weiterfuehrt. Sei es Truppenaufstockung in Afganistan oder die Reformierung des Gesundheitswesens, Obama spricht zum amerikanischen Volk in Videobotschaften, und der nun 86jaehrige israelische Praesident macht es ebenso. Und da es ja Web 2.0 ist, das interaktive Internet also, will er auch von uns hoeren. Mal sehen, was wir so zu sagen haben, und was er uns so erzaehlt.

Friday, November 6, 2009

Das Orchard Street Shul Cultural Heritage Artist Project


In einem Monat wird in New Haven eine Gruppenausstellung von Kuenstlern aus allen Teilen der USA eroeffnet: das Orchard Street Cultural Heritage Artist Project. Ich werde in der Ausstellung drei Ausstellungsstuecke haben, von denen ich ein anderes Mal erzaehlen werde.
Das Interessante an der Ausstellung ist, abgesehen von der Kunst natuerlich, die Geschichte, die dazu gefuehrt hat. Eine Kuenstlerin aus New Haven erfuhr von der Synagoge auf der Orchard Street, die zwar unter Denkmalschutz steht, jedoch in einem desolaten Zustand ist. Sie beschloss, auf diesen Zustand aufmerksam zu machen, in dem sie die nicht mehr benutzte Synagoge in einen Kunstraum verwandelt und Kuenstler aus allen Teilen des Landes aufruft, Werke im Dialog mit dem Gebaeude zu erschaffen. Eine gute Idee, die jedoch zunaechst auf taube Ohren stiess, da der Vorstand der Gemeinde (alle weit jenseits des Rentenalters) dagegen war.
Man gab jedoch nicht auf und fand eine Kunstgalerie, die von der Idee angetan war, und via Internet fand man auch Dutzende von Kuenstlern, juedische wie nichtjuedisch, die begeistert waren.
Es gab jedoch ein paar Bedingungen, die wichtigste: Man musste die Synagoge besuchen. Von New York aus ist das kein Problem, da man in etwas mehr als einer Stunde da sein kann, aber es kamen Leute aus Kalifornien, Utah und anderen exotischen Orten der USA, was mich wirklich ueberraschte (zumal kein Geld involviert war).
In einem Land, das nur sehr wenig Geschichte hat, und wo oftmals Geschichte vergessen wird, ist dies umso erstaunlicher.
Ich war fuer das Projekt zweimal in New Haven, wo ich das erste Mal auch kurz mit meinem Bruder zusammentraf. Obwohl der zwar in New Haven wohnt, hatte er zuvor nie von der Synagoge gehoert, und da die sich in einer nicht sehr sicheren Gegend der Stadt befindet, hat er sie auch noch nicht gesehen (und wird sie vielleicht auch nie sehen). Ein paar Fotos der Synagoge koennt Ihr hier sehen (und auch erwerben).
Bei meinem ersten Besuch hatte ich eine wage Idee, was ich machen wollte, doch aenderte diese nachdem ich auch den Friedhof (Fotos hier) besuchte. Mein zweiter Besuch war den verbliebenden Gemeindemitgliedern gewidmet (Fotos hier).
Mehr davon wohl ein anderes Mal, aber falls Ihr schon neugierig seid, dann schaut mal auf der Website. Es ist wirklich eine interessante Mischung von Kuenstlern geworden und ich freue mich schon auf die Ausstellung.

Wednesday, September 23, 2009

Zehn Tage - Zehn Fragen


Die Zeit zwischen Rosch Haschana und Jom Kippur betraegt zehn Tage. In dieser Zeit wird darueber entschieden, ob man in das Buch des Lebens eingetragen wird oder nicht. Es ist die Zeit der Selbstreflektion.
Ein neues Projekt hilft nun dabei, die Zeit auch optimal zu nutzen. 10Q wurde von Reboot erstellt, einer Organisation, die sich um juedische Innovation dreht. Die Idee ist einfach. Jeden Tag bekommt man eine Frage gestellt, die man beantworten kann (oder auch nicht), und im darauf folgenden Jahr werden einem die Antworten zugeschickt.
Eine interessante und kreative Idee, die sogar auf dem Time Square praesentiert wird und ihren Weg auch in die New York Times gefunden hat.

Thursday, September 17, 2009

Rosch Haschana 5770


Es ist soweit. Morgen ist Erew Rosch Haschana und dann befinden wir uns im Jahr 5770, zumindest nach der juedischen Zeitrechnung. Und wie jedes Jahr bekomme ich auch dieses viele elektronische Postkarten. Eine Bekannte von mir hat mir einen Link zu antiken Rosch Haschana Karten geschickt, den ich mag, da ich hier gleichzeitig meine Jiddischkenntnisse testen kann (die hier abgebildete Postkarte stammt jedoch nicht aus der Sammlung).
Auch wenn Rosch Haschana in nichtjuedischen Kreisen gern als das juedische Neujahr bezeichnet wird, so muss ich hier jedoch erklaeren, dass das alles ein wenig komplizierter ist. Denn Tischrei, der Monat, der mit Rosch Haschana markiert wird, ist nicht der erste Monat des juedischen Kalendars, sondern der siebte.
Ihr kennt die alte Geschichte von zwei Juden und drei Meinungen, und so aehnlich sieht's auch mit dem Hebraeischen Kalendar aus, der mehrfach das neue Jahr markiert. Da ist beispielsweise der 1. Nissan, der erste Monat, der traditionell die Jahre der Koenigsherrschaft markiert. (Ob britische Juden dies noch beachten? Die Mehrheit ist jedoch ohne Royal Family und daher ist das eher eine biblische Tradition.) Der erste Elul hat mit dem Alter von Tieren zu tun (ebenfalls komplizierte Geschichte).
Der siebte Monat hat jedoch einen besonderen Stellenwert, da Gott ihn als Schabbat fuer die Seele bezeichnet.
Tablet hat einen guten Beitrag zu Rosch Haschana gehabt, sozusagen Juedisches Neujahr fuer Anfaenger.
Fuer Anhaenger der Chabadbewegung ist das Jahr 5770 aufgrund der Gematria (juedisch-mystischen Zahlenspielen) noch etwas besonderes (darueber schreibe ich vielleicht ein anderes Mal), und einige glauben sogar, der Messias kommt (wieder), zumindest der Messias, der den Nachnamen Schneerson hat.
Andere Chassiden haben Probleme mit Nuessen. Eine Freundin von mir beklagte sich, dass ihr jemand Nuesse zu Rosch Haschana schenkte, da das hebraeische Wort fuer Nuss den gleichen Zahlenwert wie das hebraeische Wort fuer Suende hat. Das gehoert sich in Satmarkreisen ueberhaupt nicht!
Gematria hin oder her, ich wuensche Euch allen einen guten Rutsch (ja, der Ausdruck kommt von Rosch Haschana) und bis in 5770.