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Wednesday, September 23, 2009

Zehn Tage - Zehn Fragen


Die Zeit zwischen Rosch Haschana und Jom Kippur betraegt zehn Tage. In dieser Zeit wird darueber entschieden, ob man in das Buch des Lebens eingetragen wird oder nicht. Es ist die Zeit der Selbstreflektion.
Ein neues Projekt hilft nun dabei, die Zeit auch optimal zu nutzen. 10Q wurde von Reboot erstellt, einer Organisation, die sich um juedische Innovation dreht. Die Idee ist einfach. Jeden Tag bekommt man eine Frage gestellt, die man beantworten kann (oder auch nicht), und im darauf folgenden Jahr werden einem die Antworten zugeschickt.
Eine interessante und kreative Idee, die sogar auf dem Time Square praesentiert wird und ihren Weg auch in die New York Times gefunden hat.

Thursday, September 17, 2009

Rosch Haschana 5770


Es ist soweit. Morgen ist Erew Rosch Haschana und dann befinden wir uns im Jahr 5770, zumindest nach der juedischen Zeitrechnung. Und wie jedes Jahr bekomme ich auch dieses viele elektronische Postkarten. Eine Bekannte von mir hat mir einen Link zu antiken Rosch Haschana Karten geschickt, den ich mag, da ich hier gleichzeitig meine Jiddischkenntnisse testen kann (die hier abgebildete Postkarte stammt jedoch nicht aus der Sammlung).
Auch wenn Rosch Haschana in nichtjuedischen Kreisen gern als das juedische Neujahr bezeichnet wird, so muss ich hier jedoch erklaeren, dass das alles ein wenig komplizierter ist. Denn Tischrei, der Monat, der mit Rosch Haschana markiert wird, ist nicht der erste Monat des juedischen Kalendars, sondern der siebte.
Ihr kennt die alte Geschichte von zwei Juden und drei Meinungen, und so aehnlich sieht's auch mit dem Hebraeischen Kalendar aus, der mehrfach das neue Jahr markiert. Da ist beispielsweise der 1. Nissan, der erste Monat, der traditionell die Jahre der Koenigsherrschaft markiert. (Ob britische Juden dies noch beachten? Die Mehrheit ist jedoch ohne Royal Family und daher ist das eher eine biblische Tradition.) Der erste Elul hat mit dem Alter von Tieren zu tun (ebenfalls komplizierte Geschichte).
Der siebte Monat hat jedoch einen besonderen Stellenwert, da Gott ihn als Schabbat fuer die Seele bezeichnet.
Tablet hat einen guten Beitrag zu Rosch Haschana gehabt, sozusagen Juedisches Neujahr fuer Anfaenger.
Fuer Anhaenger der Chabadbewegung ist das Jahr 5770 aufgrund der Gematria (juedisch-mystischen Zahlenspielen) noch etwas besonderes (darueber schreibe ich vielleicht ein anderes Mal), und einige glauben sogar, der Messias kommt (wieder), zumindest der Messias, der den Nachnamen Schneerson hat.
Andere Chassiden haben Probleme mit Nuessen. Eine Freundin von mir beklagte sich, dass ihr jemand Nuesse zu Rosch Haschana schenkte, da das hebraeische Wort fuer Nuss den gleichen Zahlenwert wie das hebraeische Wort fuer Suende hat. Das gehoert sich in Satmarkreisen ueberhaupt nicht!
Gematria hin oder her, ich wuensche Euch allen einen guten Rutsch (ja, der Ausdruck kommt von Rosch Haschana) und bis in 5770.