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Friday, December 4, 2009

Cultural Heritage Artists Project of the Orchard Street Shul


Am Sonntag wird in New Haven eine neue Ausstellung eroeffnet, ueber die Allison Hoffman in der heutigen Tabletausgabe berichtet; hier der Link. In der dazugehoerigen Diashow ist das 6. Bild eines von meinen drei Kunstwerken in der Show. (Die anderen beiden Teile werde ich ein anderes Mal erklaeren.)
Hier ein bisschen zur Backgroundstory. Im Sommer erfuhr ich von dem Kunstprojekt. Durch meine Arbeit zu ehemaligen juedischen Gegenden in New York hatte ich mir einen Namen gemacht, wenn es um juedisches Kulturerbe geht. Mein Interesse hat bestimmt mit meiner eigenen deutsch-juedischen Identitaet zu tun (siehe hierzu auch mein Spurensucheprojekt).
Ich traf mich mit der Projektinitiatorin Cynthia Rubin, die Kuenstler aus allen Teilen der USA einlud, Kunstwerke im Dialog mit einer alten Synagoge in New Haven zu kreieren. Die Orchard Street Shul der Beth Israel Gemeinde ist eine nicht mehr aktive Synagoge im ehemaligen Immigrantenviertel New Havens, das heute fuer seine hohe Kriminalitaetsrate beruechtigt ist. Jeder Kuenstler musste das Gotteshaus und die Nachbarschaft zumindest einmal besuchen, um fuer die Ausstellung akzeptiert zu werden.
Die Idee fuer meine "Remembrance Stones" kam mir auf der Rueckreise von New Haven nach meinen ersten Besuch. Ich hatte zunaechst die Synagoge besichtigt (Fotos findet Ihr hier) und fuhr dann mit Cynthia zum Friedhof der Beth Israel Gemeinde. Ein moderner amerikanisch-juedischer Friedhof, der ausserhalb der Stadt ist (Fotos vom Friedhof findet Ihr hier).
Auf dem Friedhof hatten viele Grabsteine Fotos von Verstorbenen. Instinktiv fotografierte ich diese Fotografien, ohne zu wissen, was ich damit machen wollte. Mich faszinierte die Idee, dass Bilder der Synagogengruender hier auf dem Friedhof verteilt sind, und da viele der Enkel und Urenkel der Gemeindemitglieder New Haven verlassen haben, wird dieser Friedhof auch selten besucht.
Im Judentum stellt man anstelle von Blumen, Steine auf Grabmale. Meine Idee war es, 18 Steine mit Fotos in der Ausstellung zu praesentieren, wobei die Zahl 18 gemaess der kabbalistischen Zahlenlehre (Gematria) fuer das Wort "Leben" steht -- und ein Friedhof ist im Hebraeischen ein "Haus des Lebens".
Viele Wort und Zahlenspiele also.
Mehr dazu im Katalog der Ausstellung, den Ihr hier sehen koennt.
Am 20.12. werde ich in New Haven ueber mein Werk reden, aber vorhier findet Ihr in dieser Blog noch mehr ueber die anderen Teile des Kunstwerkes. 2Life Magazine stellt waehrendessen auch mehrere Kuenstler des Projekts vor. Lesenswert.

Thursday, November 12, 2009

Auf dem Warschauer Friedhof


JTA, die Jewish Telegraphic Agency in New York, hat eine neue Serie ueber Diasporagemeinden. Reporter Ben Harris besuchte vor kurzem Polen und traf in Warschau eine Gruppe von Jugendlichen, die dort den juedischen Friedhof dokumentieren. Hier der Videoclip davon.

Monday, November 9, 2009

Der andere 9. November

Vor einem Jahr noch, als sich das Pogrom zum 70. Mal jaehrte, war das Wort "Kristallnacht" ueberall. Dieses Jahr ist der Jahrestag des Novemberpogroms in den Hintergrund gedraengt und man gedenkt dem 20. Jahrestag des Mauerfalls.

Das juedische Onlinemagazin Zeek ist eine Ausnahme, auch wenn der Text gekuerzt wurde und nicht "Kristallnacht" erwaehnt. Die Kuerzung des Textes hat auch zur Folge, das man meinen koennte, es gaebe heutzutage so gut wie kein juedisches Leben in Deutschland. Und das ist falsch. Gemeint war, dass es in den Orten, die ich fotografierte, keine juedisches Leben mehr gibt und dass diese Orte die letzten Zeugen der Vergangenheit sind.

Bedenkt man, dass traurige Nachrichten aus Dresden, Stralsund, Dortmund und anderorts kommen, ist diese Diashow eine wichtige Mahnung.

Zu den Bildern geht's hier.