
Dieses Jahr ist das Jahr der Jubilaeen. Nein, nicht nur Woodstock und der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, es gibt auch noch andere Jubilaeen zu feiern.
In Bulgarien wird heute der 100. Geburtstag der Synagoge von Sofia gefeiert. Auch wenn man Bulgarien vielleicht nicht unbedingt auf seiner Liste von juedischen Kulturerbe hat, so beherbergt das Land nicht nur eine der beeindruckendsten Synagogen Europas, sondern auch, und das wissen nur wenige, eine der sympatischsten juedischen Gemeinden der Diaspora.
Als ich letztes Jahr in Bulgarien war, konnte ich mir von der Gastfreundschaft ein eigenes Bild machen.
Die Hauptstadt Sofia selbst ist eher enttaeuschend. Um ehrlich zu sein wirkt Sofia ueberhaupt nicht wie eine Hauptstadt, sondern eher provinziell, was nichts mit der Groesse der Stadt zu tun hat, sondern mit dem Aufbau. Und im Unterschied zu anderen europaeischen Hauptstaedten gibt es hier nicht allzu viel historisches zu sehen.
Von einer juedischen Perspektive ist das ganz anders. Die kleine, juedische Gemeinde ist sehr aktiv, und die Synagoge ein Meisterwerk, das inspiriert vom goldenen Zeitalter in Sefarad ist. Die spanisch-orientalische Referenz findet sich natuerlich auch an anderen Synagogen, wie etwa der in Budapest, doch in Sofia hat dies eine besondere Bedeutung, da die Gemeinde sefardisch ist, und da dort, was ich erstaunt feststellte, Ladino auch heute noch lebendig ist.

Bulgarien hat, das wissen nur wenige, eine besondere Geschichte, wenn es um den Holocaust geht. Hier wurde naemlich nahezu die gesammte juedische Bevoelkerung gerettet, und das, obwohl das Land mit dem Nazi kollaborierte. Doch die Geschichte ist kompliziert, da fast alle makedonischen Juden anstelle der bulgarischen ihren gewaltsamen Tod fanden.
Doch davon wird heute wohl nicht gesprochen werden. Heute, da feiert man den 100. Geburtstag dieser neu renovierten Synagoge, die ein Symbol fuer die Wiederaufbau der juedischen Gemeinde nach Jahren des Kommunismus ist.
Meine Freundin Ruth Ellen Gruber schrieb in der heutigen JTA Ausgabe etwas ueber Sofia und auch die Synagoge von Budapest, die 150 wird. Massel Tov, kann man da nur sagen.
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