Wednesday, October 21, 2009

Cadillac Records


Am Wochenende sahen Lisa und ich Cadillac Records, ein Film, der auf der wahren Geschichte des Chicagoer Musikverlages Chess Records basiert.
Wie viele Musikfilme, war auch dieser nicht besonders tiefsinning und oftmals waren die Charaktere einfach zu oberflaechlich, aber der Film lebte von der Musik solcher Legenden wie Muddy Waters, Chuck Berry und Howling Wolf. Beyonce spielte Etta James, die etwas zu sehr im Vordergrund stand. (Der Name des Films "Cadillac Records" stammt von einem Zitat von Muddy Waters: Wenn man bei Chess Records unterschreibt, dann bekommt man einen Cadillac.)
Adrien Brody, der seit "Der Pianist" weltbekannt ist, spielte Leonard Chess, den Hauptprotagonisten des Films. Wenn im Film auch nur angeschnitten, so ist die Geschichte des wirklichen Lenard Chess faszinierend. 1917 im damals polnischen, heute weissrussischen Motal als Lejzor Czyz geboren, schaffte es Chess in Chicago von einem armen Immigranten zu einem der einflussreichsten Musikproduzenten seiner Generation zu werden.
Lejzor kam 1928 zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Amerika, nachdem sein Vater dort bereits in Chicago ein neues Leben angefangen hatte und genuegend Geld fuer die Ueberfahrt seiner Familie verdient hatte. In Chicago aenderte die Familie den Nachnamen von Czyz to Chess, und aus Lejzor wurde Leonard, und aus seinem Bruder Fiszel wurde Phil.
Die beiden Brueder gruendeten in Chicagos beruechtigster South Side einen Nachtclub fuer Afroamerikaner, was damals alles andere als gut angesehen war. Es folgte der Musikverlage Aristocrat Records, aus dem spaeter Chess Records werden sollte.
Die Chess Brueder (im Film wird Phil Chess nicht erwaehnt) entdeckten alle Groessen des Electric Blues und foerderten Kuenstler, die heute Legenden sind, dessen Fans jedoch damals fast ausschliesslich schwarz waren.
Der Erfolg dieser afroamerikanischen Musiker ebnete den Weg fuer weissen Rock'n'Roll. Von Elvis Presley bis zu den der Beach Boys und Rolling Stones sind die Einfluesse unverkennbar.
Das Ende der Chess Records kam, ironischerweise, mit der Buergerrechtsbewegung. "Ich habe schwarzen Musikern Moeglichkeiten gegeben, die niemand anders damals," sagt Adrien Brody in einer der letzten Scenen des Films. Wie der wirkliche Leonard Chess stirbt auch die Filmfigur noch an dem Tag, als er sein Studio verkaufte an einem Herzinfakt.
Interessanterweise realisierte ich erst heute, dass wir den Film am 40. Todestages von Leonard Chess sahen, denn Chess starb am 16. Oktober 1969.

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